Das Zwergenneſt.
denn ſonſt hörten dieſe oft mitten im Tanze auf, verſchwanden Ma rauſchten durch die Luft davon, wobei ſie ein Geräuſch machten, wie ein ſtarker Bienenſchwarm, der über ein Blumenfeld hinzieht.
Zuweilen paſſirte es auch einem ſolchen Neugierigen, der ſich gar zu unvorſichtig genähert, daß ihm beim Verſchwinden der Elfen von unſichtbaren Händen eine ſolche Anzahl unſichtbarer, aber ſehr
fühlbarer Ohrfeigen verabreicht wurde, daß er betäubt dahin fiel und am andern Morgen mit braunen und blauen Flecken aufſtand.
Lange hatten die Elfen ſo ziemlich entfernt von den Dörfern ihr Weſen getrieben, doch da die Wälder immer mehr und mehr gelichtet und beſonders die alten ſtarken Bäume abgehauen wurden, hatten ſie ihre Tanzplätze bei alten Gemäuern anfgeſchlagen, die in ſteinigem, unfruchtbarem Boden ſtanden und von den habſüch⸗ tigen Menſchen in Ruhe gelaſſen wurden. Hierdurch wurde es nun ſchwerer, den nächtlichen Tänzen derſelben zuzuſchauen, denn durch das Vertreiben aus ihren einſamen Waldthälern waren ſie vorſich⸗ tiger geworden und tanzten ſelten dem menſchlichen Auge ſichtbar, auch wurden ſie durch den Vorwitz der Menſchen boshafter und es gelang ſelten mehr einem Sterblichen, ihnen unbeachtet und ohne geprügelt zu werden, zuzuſehen. Hierdurch war allmälig der Glaube an das kleine Volk etwas verſchwunden, und ſelbſt wenn ein neugieriger Burſche am andern Morgen braun und blau ge⸗ ſchlagen erſchien, und ſeine Abenteuer, die er mit den Wichtelmän⸗ nern gehabt, erzählen wollte, ſo lachte man ihn gewöhnlich aus und meinte, der Deckel der Bierkanne würde wohl ſeine Naſe blutig ge⸗ ſchlagen haben.
Bei dem Vorfall mit dem Schäfer wurde man aber wieder auf die kleinen Männer aufmerkſam, und ſah erſt, nachdem den Beſitzern der Heerden ein bedeutender Schaden zugefügt war, daß man noth⸗ wendig den Wichtelmännern das Feld räumen und ſie in ihrem Zufluchtsort, dem einſamen Gemäuer, zufrieden laſſen müſſe. Der
Schäfer verließ demnach ſeine Hütte und wurde anderwärts unter⸗


