Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Schloß Schweigern.

deren ſonderbare Geräthſchaften aus einer uralten Zeit herzuſtam⸗ men ſchienen. Noch mehr aber ſtieg ihre Zufriedenheit mit dem alten Schloſſe, als ſie an eine offene Kellerthür kamen und auf einer ſteinernen Treppe in ein großes Gewölbe hinabſtiegen, wo eine Menge großer und kleiner Fäſſer in ſchönſter Reihe neben einander ruhten.

Anfänglich ſchien es ihnen etwas ſonderbar, daß die hölzernen Reifen und Dauben verfault waren, wofür ſich aber der Wein ein eigenes Faß geſchaffen, indem ſich unter demſelben ein fauſtdicker Weinſtein angeſetzt hatte.

Da auf dieſe Art die ganze Schaar in dem Thal Schweigern

nichts weiter vermißte, als ſich durch Worte ausdrücken zu können, ſo fanden ſie ſich bald in jenen Zuſtand und lernten ſich in kurzer Zeit durch Pantomimen ſo vortrefflich verſtehen, als hätten ſie ſich von Jugend auf nie anders mit einander unterhalten. Auch⸗ der Graf fing an, ſich in ſeiner ſtillen Verbannung heimiſch zu finden. 6 Störte ihn doch kein Gelärm der Hüfthörner, kein Geſchrei d Dienſtleute oder das Gebell der Hunde in ſeinen Gedanken an die entfernte Geliebte, der er jeden Augenblick die herzlichſten Grüße zuſandte. Seine Waffen hatte er bei Seite geſtellt und beſchäf⸗ tigte ſich mit der Knappenſchaar in dem großen Park, den er bald zu einem reizenden Aufenthalt umſchuf. Es war, als habe der Zauber, der über dem Thal Schweigern ruhte, auf die Pflanzen und Bäume vortheilhaft eingewirkt, denn mit der geringſten Mühe keimten und ſproßten überall die wundervollſten Gewächſe empor. Das Schloß mit ſeinen Terraſſen und dem Park glich in Kurzem einem üppigen Blumengarten und war ſo traulich und wohnlich geworden, daß der Graf nichts vermißte, als die Nähe des Bildes, das ſein ganzes Herz ausfüllte. Aber daß er von der Gebieterin ſeines Herzens auch nicht die geringſte Nachricht erhalten konnte, vermehrte ſeinen Kummer. Schomaft hatte er verſucht, einen ſeiner vertrauteſten Reiſigen mit einer Beuſcaf an den Hof des Königs