Zuſammenführung der handelnden Perſonen. 233
„Wie gewöhnlich, ſie nehmen da Vorſpann,“ entgegnete Frau Roſel.
„Richtig!“ fuhr Eugen fort.„Nur ſorgen Sie mir dafür, daß von Ihren Leuten Niemand über unſere Anweſenheit ſpricht. Es könnte das ganz zufällig geſchehen, iſt aber ſehr unnöthig. Außer den Schauſpielern ſind keine Fremden da.“
„Verſteht ſich!“ antwortete die Frau.„Es ſoll mir Jemand das Maul anfthun! Und der Marie will ich es ſelbſt ſagen.“
„Die weiß es ſchon durch den Herrn Müller, meinen Kollegen,“ ſagte Eugen lächelnd, worauf ihn die Frau forſchend anſah und mit einigermaßen ungeduldigem Tone zur Antwort gab:„So?— Die weiß es ſchon? Na, von mir kann ſie's auch noch hören.“
Bei einbrechendem Abend kam auch wirklich einer der er⸗ warteten Wagen in Schloßfelden an. Es war die Equipage des freiherrlich von Brander'ſchen Ehepaars, eine alte Kaleſche, mit Extrapoſtpferden beſpannt, und der Poſtillon, der nicht anders glaubte, als er fahre einen hohen Beamten des Nachbarſtaates — denn der Major hatte ſeinen Degen und ſein Hutfutteral auf den Rückſitz gelegt— war den Anderen um eine halbe Stunde vorausgeeilt. Der Major ſtieg einen Augenblick aus dem Wagen, trampelte hin und her, um ſeine Beine gelenkig zu machen, und blickte an den Bergen in die Höhe.“
„Auf Ehre, ein holperiger Weg!“ ſagte er zur Frau Roſel, die
grüßend vor ihn trat.„Iſt das Schloß weit von hier?“ „ungefähr eine halbe Stunde,“ entgegnete die Wirthin,„dort auf der Höhe des Berges. Ich bitte, nur einen Augenblick zu verziehen; man ſpannt ein Pferd vor, und die Leute vom Schloß zünden ihre Fackeln an.“ Schön!“ ſagte der Major, dann trat. er an den Wagen⸗ ſchlag.„Meine Beſte,“ ſprach er hinein,„wir ſind hier in Schloß⸗ felden und müſſen einen verflucht ſteilen Berg hinauf, ziemlich ge⸗


