Eine Entdeckungsreiſe. 17
ſich dieſe Thüre zu merken, hinter welcher ſie zur Linken im Korri⸗ dor ſein Arbeitszimmer finden würden.
Der alte Herr hatte etwas ſo außerordentlich Angenehmes und Vertrauliches in ſeinem Weſen, ſein Haupt war mit ſchneeweißem Haar bedeckt, und nachdem er die eben angedeuteten Worte geſagt, grüßte er nochmals auf eine liebenswürdige, herzliche Art.
Eugen und der luſtige Rath ſchritten quer über den Hof dem Haupteingange zu, und als der Erſtere ſich nicht enthalten konnte, — er wußte ſelbſt nicht, warum— nochmals nach dem alten Herrn umzuſchauen, ſah er, wie dieſer noch an der Thüre ſtand und den beiden jungen Leuten ebenfalls nachzublicken ſchien.
3 Hatten dieſe auf jenen beiden Terraſſen die freundliche, hei⸗ tere, der Sonne zugekehrte Seite des Schloſſes geſehen, ſo bemerk⸗ tell ſie jetzt, nachdem ſie das Hauptthor hinter ſich hatten, die nördliche, ernſte und gewaltige. Hier war ein tiefer Graben in den Felſen geſprengt, über welchem an ſchweren Ketten die Zug⸗ brücke hing. Die dicken Mauern und Thürme neben dem Thore, über welchem in Stein gehauen ein rieſiges Wappen zu ſehen war, lagen im tiefſten Schatten; um ſo reizender aber war von hier aus der Blick in das ſonnenbeſchienene, helle und glänzende Thal zu ihren Füßen. Die Beiden ſetzten ſich einen Augenblick auf das Geländer der Brücke und verloren ſich ſo recht im Anſchauen des lieblichen Bildes. 1
Das Dörfchen Schloßfelden war von dieſem Punkte aus kaum ſichtbar; nur der Kirchthurm ragte empor, und ein paar von den letzten Häuſern, ſowie das Wirthshaus zur wilden Roſe; aber was man von dem Dorfe auch ſah, lag ebenfalls im Schatten, dunkel, in tiefe Farbentöne getaucht, aber duftig am Fuße der gegenüber lieg enden Bergwand, deren obere Theile jetzt von der Sonne hell beſchienen wurden. Aus den Hänuſern drunten ſtieg hie und da
Rauch auf, der tief unten violett gefärbt erſchien, dann immer Hackländers Werke. XII. 2 3


