Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Einrichtung eines ländlichen Theaters. 25⁵

Da iſt ja unſer würdiger College, der Herr Trommler, rief

der luſtige Rath;der muß Ortskenntniſſe genug beſitzen, um uns ſagen zu können, ob da droben das Schloß zu jener Beſchrei⸗ bung des Doktor Wellen paßt.

Vom Schloſſe droben weiß ich leider nicht ſehr viel; wir haben freilich ein paar Mal oben geſpielt, aber dann kamen wir kurz vor der Vorſtellung hinauf und gingen gleich nachher wieder herunter. Für mich allein war ich nie droben.

Aber Sie werden doch wiſſen, fragte Eugen,ob ſich in der Nähe des Schloſſes eine kleine Kapelle befindet? 4

Das weiß ich nun gerade nicht, antwortete der Künſtler. Leider muß ich bekennen, daß ich in der Umgebung des Schloſſes nur von einem kleinen Wirthshauſe weiß; von einer Kapelle habe ich nie etwas gehört.

Wir werden uns irren, ſagte Eugen;es gibt am Ende viele Wirthshäuſer zur wilden Roſe, die in der Nähe von alten Schlöſſern liegen.

Was die Wirthshäuſer zur wilden Roſe anbelangt, ſprach Herr Trommler,ſo muß ich Ihrer Meinung widerſprechen. In dieſer Gegend des Landes gibt es nur das einzige dieſes Namens; es iſt keiges mit einem gleichen Schilde auf zehn Stunden in der Runde.

Das Beſte wäre, meinte Herr Sidel,wenn wir die Wirthin erſuchten, uns hierüber Auskunft zu geben. Iſt jene Begebenheit hier geſchehen, ſo muß ſie am beſten darüber L S Beſcheid wiſſen.

Laſſen wir das, ſagte Eugen bittend;thu mir den Gefallen, lieber Freund, und forſche jetzt nicht weiter darüber nach. Nach Tiſche wollen wir zum Schloſſe hinauf und uns da oben ſelbſt überzeugen, ob jene Kapelle vorhanden iſt oder nicht. Es iſt mir das wie ein intereſſantes, geheimnißpolles Buch; ich will es gern Seite für Seite durchleſen, möchte aber um Alles in der Welt zu

Anfang nicht erfahren, was auf der letzten Seite ſteht. Ich bitte

dich darum; wir wollen nachher langſam hinaufſteigen und uns droben überraſchen laſſen.

Herr Trommler war aufgeſtanden und an den Rand der Ter⸗