250 Neununddreißigſtes Kapitel.
da durch entſtand, ein anderes liebes Bild vor ſich erſcheinen zu laſſen.
Der luſtige Nath, welcher dieſe Bewegung wohl verſtand und ſich vielleicht ein klein wenig ärgerte, nicht auch einen Handſchlag erhalten zu haben, ſagte mit einem ironiſchen Lächeln zu Eugen:
„Nich däucht,
Daß ſie dem guten Gretchen gleicht.“ worauf Eugen nichts erwiderte, ſondern ſich gedankenvoll an dem Tiſche niederließ.
Die beiden Anderen folgten ſeinem Be blick darauf klapperten die Taſſen, und es dauerte noch einige gute Minuten, ehe einer Zeit fand, ein Wort zu ſprechen.
Die Terraſſe war ein allerliebſter Aufenthalt. An ihrer Fuß⸗
mauer wuchſen drei, vier Linden, die im Laufe der Zeit ſtarke Stämme geworden waren und deren weitverzweigte Aeſte das trau⸗ liche Plätzchen dicht überſchatteten. An dem Geländer der Terraſſe ſelbſt hatte man Schlingroſen gepflanzt, die es den großen Bäu⸗ men hatten gleich thun wollen und ebenfalls luſtig in die Höhe gewachſen waren. Ihre zarten Nanken hatten ſich um die Aeſte der Linde geſchlungen, und nachdem ſo jeder Baum mit einem Ro⸗ ſennetz umſponnen war, wuchſen dieſelben immer weiter hinaus und flatterten in loſen Zweigen herab. Hier half nun der Wind oder die Menſchenhand nach und verband die loſen Zweige unter ein⸗ ander oder mit dem nächſtſtehenden Baume, und ſo bildeten ſie nach und nach eine dichte Decke von Roſen und Lindenlaub.
Herr Trommler hatte ſich das Frühſtück außerordentlich ſchmecken laſſen, und wie dankbar nahm er eine der guten Cigarren Eugen’s und ließ den blauen Dampf mit unendlichem Wohlbehagen in die klare Morgenluft hinauf ſteigen! Obgleich ein ſtarker Raucher, hatte er doch begreiflicher Weiſe ſo etwas Gutes lauge nicht ge⸗ raucht, und ſo ſaß denn der würdige Künſtler, die Augen halb geſchloſſen, den feinen Dampf in ſich ziehend, und hob nur zuwei⸗ len den Blick etwas in die Höhe nach dem alten Schloſſe zu, hin⸗ ter dem jetzt die Sonne in aller Pracht aufzuſteigen begann.
„Vor der Hitze ſind wir hier geſchützt,“ ſagte Herr Trommler
iſpiele, und einen Augen⸗


