Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Bedeutendes Herzklopfen des Herrn Sidel. 247 hohe Mauer, die ſich eine Strecke weit den Berg hinauf fortſetzt. Dort endigt ſie mit dem kleinen runden Thurm, um höher hinauf, aber zerbrochen, wieder anzufangen. Die Kirche iſt wahrſchein⸗ licher Weiſe zu gleicher Zeit mit dem älteren Theile des Schloſſes da oben entſtanden und war mit ihm verbunden. 3

Das heißt, entgegnete Herr Sidel,jene Mauer, die wahr⸗ ſcheinlich um das Ganze dort herumlief, ſetzte das Letztere mit dem Kaſtell da droben in Verbindung und war eine Art leichter Schutz⸗ wehr gegen räuberiſchen Ueberfall, damit die von dort oben Zeit hatten, ihren Vaſallen zu Hülfe zu kommen.

So magss ſein, entgegnete Eugen, indem ſeine Augen dem Laufe der Mauer folgten und endlich auf dem Schloſſe ſelbſt ruhen blieben.

Dieſes lag ernſt, gewaltig und in gegenwärtigem Augenblicke, wo die Sonne hinter ihm aufſtieg, dunkel, ja finſter vor ihren Blicken. Die vordere Seite deſſelben befand ſich in tiefem Schat⸗ ten, und ſeine Zinnen, die hohen ſpitzen Thürme und Dächer zeichneten ſich in ſchwarzen Maſſen an dem hellen Morgenhimmel ab. Durch eine Schlucht, welche die Felswand drüben bis tief hinab zerriß, drang der glänzende Strahl der Sonne in das Thal und übergoß es mit einem Meer von Licht und Glanz.

Wenn ich nicht irre, ſprach Eugen nach einer längeten Pauſe, während welcher er ernſt und nachdenkend das Schloß drüben betrachtet,ſo ſind wir um acht Uhr zum Dienſt kommandirt.

Ganz richtig! entgegnete der luſtige Rath;auf der Tages⸗ ordnung ſteht: Aufſchlagen des Theaters im großen Wirthshaus⸗ ſaal unter Beihülfe der ganzen Geſellſchaft.

Und da müſſen wir auch dabei ſein? fragte Eugen.

Verſteht ſich von ſelbſt, und es iſt für uns von großem Intereſſe, unſer Lokal genau kennen zu lernen.

.Nun gut, das kann ſich vielleicht bis gegen Mittag hinzie⸗

hen; dann aber, das heißt nach dem Mittageſſen, wollen wir gleich einen Gang dort hinauf nach dem Schloſſe machen. Es intereſ⸗ ſirt mich außerordentlich, daſſelbe näher zu betrachten; ich liebe dieſe alten Gebäude.