Teil eines Werkes 
11. Bd. (1855) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

242 3 Neununddreißigſtes Kapitel.

Nun, biſt du bald fertig? Komm einen Augenblick daher ans Fen⸗ ſterz das Thal hier gewährt, namentlich in der Morgenfriſche, einen außerordentlich entzückenden Anblick, und wir haben heute einen wahrhaft prachtvollen Tag.

Gleich, gleich! ſagte Herr Sidel;ich muß nur noch meine Halsbinde umnehmen; ich kann mich unmöglich ſo im Negligé ſehen laſſen, das müßte unfehlbar unſerem Anſehen ſchaden. Aber da bin ich.

Der luſtige Rath legte ſich nun ebenfalls ins Fenſter und ath⸗ mete mit ſichtlichem Wohlbehagen die friſche, duftige Luft ein, die aus dem Thale aufſtieg und die aus den Wäldern von der andern Seite herüber wehte.

Neununddreißigſtes Kapitel.

Ausſichten vom Fenſter, und in Folge derſelben bedeutendes und anhaltendes Herzklopfen des Herrn Sidel.

Das Wirthshaus befand ſich, wie wir bereits erwähnt, am Ende des Dorfes auf einer kleinen Anhöhe, von der man die Häu⸗ ſer deſſelben vollkommen überſah.

Da lagen die Dächer in ihren verſchiedenen Formen vor ihnen 6 mit ihren hohen und niedern Giebeln, mit Schiefer, Ziegeln und Stroh bedeckt, in den verſchiedenen Farben dieſes Materials ſelbſt und in den verſchiedenen Nuancen derſelben, wie Regen, Schnee

und Sonnenſchein ſie hervorgebracht. Auch Verzietungen aller Art unterbrachen die einförmige Anſicht dieſer Häuſerbedeckungen. Hier ſah man auf dunklem Schiefergrund ein rothes Kreuz oder den

5

3 8