Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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Während eines gewaltigen Toaſtes, welcher auf die Brautleute ausgebracht und von Trompetengeſchmet⸗ ter und Pauckenwirbel begleitet wurde, hatten ſich die Brautleute ſtille und unbeachtet entfernt.

Als Sabine daheim, in der Brautkammer das mit ihrem Namen bezeichnete Käſtchen öffnete, fand ſie daß es die Schenkungsurkunde eines großen königlichen Meier⸗ hofes in der Gegend von Schönlinde enthielt und als Petronilla faſt gleichzeitig den Inhalt ihres Käſtchens in Augenſchein nahm, bemerkte ſie nichts als ein zuſam⸗ mengefaltetes Pergament. Sie öffnete es, las es mit Thränen der Freude in den Augen durch und reichte es dann ſchweigend ihrem jungen Gatten, das Pergament enthielt die Ernennung des Rittmeiſters zum Oberſten eines Fähnleins Reiters.

Wir brauchen wohl nicht zu bemerken, das Lang's Haß keine Gelegenheit fand, dem Obriſten des Königs Mathias, der nun auch König von Böhmen war, zu ſchaden. Rudolf hatte dieſe Beförderung bei ſeinem Bru⸗ der ausgewirkt aber dadurch auch jede Verwendung des von ihm ſo auffallend begünſtigten Offiziers unmöglich gemacht.

Petronilla grämte ſich über dieſe Zurückſetzung ih⸗ res Mannes ſehr wenig und wurde erſt ihres Lebens vollends froh, als Obriſt Prendl ſeine Lanze in der