Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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geheime Vorleſung eben ſo energiſch hinderte, als ſie es mit der öffentlichen gethan hatt.

Pfui, ſagte ſie auf die herumſtehenden Männer deutend;Wollet Ihr alter Sünder, ſo leicht feuerfan⸗ gende Waare noch mit Spiritus tränken, damit ſie von freien Stücken zu brennen anfängt?

Nein ich dulde ſolche Verführungskünſte in mei⸗ nem ehrſamen Hanſe nicht und muß Euch offen geſte⸗ hen, daß ich Euch, wenn Ihr noch den geringſten Ver⸗ ſuch macht, Euere Galgenpoeſie an Mann zu bringen, bitten muß, dieſes Haus zu verlaſſen.

Der erſchrockene Mann, welcher ſah, wie ſich Je⸗ der das Glas füllte und ſein eigenes Gläschen ſo leer öde und verlaſſen da ſtand, ſtammelte tauſend Entſchul⸗ digungen während die Gäſte vor Lachen zu berſten droh⸗ ten. Der Graf zog den verwirrten Dichter mittlerweile bei Seite und ſtellte ihm liebevoll vor, daß Frau Hum⸗ mel der gänzlichen Mittheilung ſeines Gedichtes vol⸗ lends unwürdig ſei, dann ſchlug er, um die Ehrenkrän⸗ kung des wackeren Poeten wieder gut zu machen, einen Toaſt auf den Moldauſchwan vor, worunter natürlich Tobias Widtmann gemeint war. Der Vorſchlag wurde von Allen gut geheiſſen und ſelbſt von dem Domherrn mit Acclamation angenommen. Man trank alſo dem Dichter des preiswürdigen Hochzeitscarmens zu.