Das Kind ſieht allerliebſt aus, die ältere Schwe⸗ ſter hat ihr die reichen blonden Locken geordnet, das bunte Röckchen gerade gezogen und hie und da eine far⸗ bige Schleife angebracht.
Das Aennchen iſt glücklich, vielleicht noch glückli⸗ cher als die Bräute ſelbſt.
Glückſeliges Aennchen, das ſich in einem kurzen ſteifen Rock, ſo außerordentlich gefällt, glückſeliges Kind, das noch vor einer Viertelſtunde weinte, als Petronilla geſagt hatte, daß ſie nun das letzte Mal die hübſchen blonden Zöpfchen flechte, und das jetzt wieder in die Händchen klatſcht, wie toll in der Stube herum ſpringt und fragt:
„Was wird Nachbar Tobias dazu ſagen, wenn er mich ſo ſieht?“
Während die junge Frau ſich mit ihrer kleinen Schweſter beſchäftigte, ſaß Vater Hummel in ſeinem Hochzeitkleid, den Roſenmarinſtrauß an der Bruſt, be⸗ haglich im hohen Lehnſtuhl und ſprach im profeſſorli⸗ chen Tone mit ſeinen Schwiegerſöhnen über die ſchwe⸗ ren Pflichten, die ſie nun übernommen. Er ſprach ſo lange und ſo feierlich, daß Rittmeiſter Prendl die Ge⸗ duld verlor und ſich unter dem Vorwand den Grafen Thurn zum Hochzeitmal abzuholen fortſchlich.


