Sofort nahm der Bettler wieder ſeine breßhafte Stellung an, zog den einen Unterfuß wieder in die Höhe, die Binde, die er über das linke Auge hinauf ge⸗ ſchoben hatte, wieder zurecht, daß ſie dasſelbe vollkommen deckte, nahm die ſchmierige Mütze vom Kopf, der von wüſtem ſtruppigem Haar überwuchert war, und ſchlug das eine unverhüllte Auge zum Himmel empor, indem er ſcheinbar mechaniſch und ſeine Mütze in der ausge⸗ ſtreckten Hand vor ſich haltend,„Ein alter armer Krüp⸗ pel bittet um ein Almoſen“ immer von Neuem wieder⸗ holte.—.
So muthig auch Katharina Brigitte war, ſo prallte ſie doch zurück, als ſie des Bettlers beim Hin⸗ ausgehen aus der Kirche wieder anſichtig wurde. End⸗ lich faßte ſie jedoch Muth und ſchritt ohne ihn anzu⸗ blicken, raſch vorüber. Ohne ſich eigentlich über den Grund ihrer Aengſtlichkeit Rechenſchaft geben zu können, eilte ſie doch haſtig vorwärts; der Inſtinkt, der ſie zur Eile trieb, betrog ſie auch nicht, denn ſie fühlte ſich in dem Momente, als ſie um die Ecke bog, um den„gro⸗ ßen Ring“ zu erreichen, am Arm gefaßt. Wieder war es der Bettler, der ihr lautlos auf Schritt und Tritt gefolgt war, die Bürgersfrau warf einen einzigen ſor⸗ genvollen Blick um ſich, gewann aber raſch ihr Selbſt⸗ vertrauen, da ſie bemerkte, daß die Straße weder ein⸗


