12.
Wir verſprachen unſeren Leſern, der wackeren Frau Hummel in die„Heinrichskirche“ und dem Dienſtmäd⸗ chen zu den„Kreuzherren“ zu folgen. Beginnen wir mit der Dame vom Hauſe. Katharina Brigitte erreichte das Portal der kleinen Kirche ohne Unfall. Die Meſſe hatte bereits ihren Anfang genommen und die Meiſterin fand nur mehr in einem der hinterſten Stühle, ganz an der Kirchenthüre Platz, ſie ſchlug ihr dickleibiges Gebet⸗ buch auf und verſenkte ſich in tiefe Andacht, aus welcher ſie die Stirne eines Bettlers weckte, der ſehr eindringlich um Almoſen bat. Der Bettler war in allerlei Lumpen gehüllt, trug die Füße ganz nackt und hinkte an einem Krückenſtock einher, über dem linken Auge lag eine ſchwarze Binde unterhalb welcher ſich eine tiefe Schramme bis an das Kinn zog, wo ſie ſich in dem verworrenen Barthaar verlor. Die Züge des dicht bebarteten Ge⸗


