Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

mel erklärte von ſo vieler Freigebigkeit angeſteckt, in ei⸗ ner Anwandlung von Großmuth und Prahlerei, dem armen Jungen das geſtohlene Pferd erſetzen zu wollen. Widtmann der Friſeur und Bader, welcher nicht hin⸗ ter ſeinem Freund zurückbleiben wollte, fügte eine Ein⸗ ladung zum Mittagbrot bei. Hummel, der aber alle Glorien der Großmuth für ſich zu erbeuten Luſt hatte, wußte kein beſſeres Mittel den Bader und Friſeur aus dem Feld zu ſchlagen, als indem er beide den Jungen und ſeinen Nachbar zu ſich lud. Widtmann, welchem aus Erfahrung bekannt war, daß der wackere Kupfer⸗ ſchmied einen guten Tiſch führte, willigte entzückt ein, während der Burſche ſeine Gutheiſſung durch drei wohl gelungene Burzelbäume zu erkennen gab.

Es wäre übrigens unfreundlich, wenn wir den Leſer in der irrigen Anſicht ließen, als ob Tobias Widtmann und der kleine Pferdejunge Jan Kafka die glücklichſten Perſonen der ganzen Gruppe geweſen wä⸗ ren. Der Allerglücklichſte war Caſpar Hummel, der nun, wie ein Tambourmajor kerzengerade, im aufrech⸗ teſter Haltung um die Ecke ſchwenkte und in ganzen Gefühl ſeiner Wichtigkeit auf das Hausthor zuſchritt. Die Menge begleitete den ehrſamen Bürger bis an den Eingang, wo er den Leuten in herablaſſendſter Weiſe ein Zeichen der Verabſchiedung machte.