V.
Zwei Jahre ſind ſeit dem Auftritt in der Exemi⸗ tage im Garten der Lady verfloſſen. Pierre, von Reue geſtachelt, von dem Verlangen, Marien's Verzei⸗ hung zu erlangen, umhergetrieben, vermag nicht mehr zu ſchaffen, er hat den Glauben an ſeine Manneswürde verloren, er hält ſich für einen unwürdigen Prieſter im Dienſte der Kunſt; die eutſetzliche Oede, die ſein Inne⸗ res beherrſcht, treibt ihn an den Rand der Verzweif⸗ lung; wie Ahasverus wandelt er durch die Welt, ſobald der Frühling ſie verklärt, um die ſchwer Gekränkte zu ſuchen; alle Bäder, alle großen Städte hat er beſucht, aber ſie nicht gefunden.
Wieder grünt und blüht es allerwegen, die hoch⸗ herrliche, Alles beſeligende Frühlingszeit iſt gekommen und hat die Altäre der Freude in dem Thal, auf den Bergen aufgeſtellt, da zieht es Pierre mit unbekannter Macht nach dem ſchönen Tyrolerland.
Er bricht dahin auf; auf der Straße nach“ über⸗ holt ihn ein elegantes Gig. Er blickt auf und mit ſeinem Ausruf:„Henri!“ miſcht ſich der Ruf des Herrn, der das prächtige Roß im Augenblick parirt:„Pierre!“
„Wohin geht Deine Wanderung, mein lieber Freund?“ fragte Henri weiter.


