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Gemäldes zu gedenken, und der Notar, bisher ein ſtiller Geſellſchafter, hielt jetzt den Strom einer feurigen Lobrede nicht zurück. Ohne es zu wiſſen und zu wollen, ſtellte er in einem Panegyrikus eine Vergleichung zwiſchen dem Por⸗ trait der Lady und dem der Baronin an; er charakteri⸗ firte, detaillirte und kritiſirte beide ſo ſcharf, ſo treffend, daß Alle voll Bewunderung ihm zuhörten, und die Lady warf giftige Blicke, denn er berührte die innerſten Saiten.
Die Baronin dankte ihm, als er geendet hatte; das Geſpräch kam auf Kunſt und Kunſtwerke überhaupt. Mit der größten Liebenswürdigkeit und Beſcheidenheit entfaltete die Baronin eine Menge Kenntniſſe, ſo daß Alle aufrichtig bedauerten, als ſie den Aufbruch der Ge⸗ ſellſchaft verurſachte, indem ſie ſich verabſchiedete.
Die Lady hatte ihre Faſſung wieder bekommen und dankte in graziöſen Ausdrücken für das Vergnügen des wenn auch zu ihrem Leidweſen kurzen, doch eben ſo angenehmen als geiſtreichen Beſuches.—
Moriz Horn: Lady u. Baronin. 4


