202
vier oder fünfmal mehr zu bezahlen, als ich früher angab.“
Der Deutſchmeiſter entgegnete achſelzuckend:„Ich erkenne Euer Liebden Sorgfalt für Sr. Majeſtät Per⸗ ſon, kenne aber auch des kaiſerlichen Herrn Bruders alte Schwäche, um jeden Preis bis zu ſeinem letzten Athem⸗ zug fortregieren zu wollen, zu gut, um Euch je zu ei⸗ nem ſolchen Vorſchlag zu rathen.“
Bei dieſen Worten blickte der Deutſchmeiſter Herrn von Mannsfeld ſo ausdrucksvoll an, daß ſich dieſer gezwungen ſah, ſeine Meinung zu ſagen. Er ſprach alſo: „Se. Durchlaucht hat ſo vollkommen recht, daß ich über⸗ zeugt bin, der Kaiſer würde auch nicht für die Seligkeit einen Augenblick früher zu regieren aufhören, als bis ihm der Tod das Scepter entwunden hat.“
Ferdinand biß ſich auf die Lippen und fragte mit etwas ſchärferem Ton:
„Und was verlangt Se. Majeſtät von uns?“
„Se. Majeſtät eigentlich nichts,— aber ich möchte in Demuth bitten, den Kaiſer zu beruhigen; wahuſin⸗ nige Gerüchte ſind bis zu den Ohren Sr. Majeſtät ge⸗ drungen.“
„Was für Gerüchte?“ fiel Max mit ſtrengem Tone ein.
„Gerüchte von Gewaltthat, Aufwiegelung, ja ſogar von Abſichten, die ich nicht näher bezeichnen darf.“


