5
fahnen zehn an der Zahl, die erſte aus ihnen die heilige Fahne St. Stephans mit dem ungariſchen Kreuz, dann die Fahnen der ungariſchen Nebenländer, Dalmatiens, Croatiens, Slavoniens und Serbiens wegen, die galizi⸗ ſche, lodomeriſche, cumaniſche und bulgariſche Fahne und endlich die Standarte des Reiches mit dem doppel⸗ köpfigen Adler.
Wie unter einem Fahnenzelt ſchritten die Großwür⸗ denträger des Landes einher, die Krone des heiligen Stephans trug Graf Forgacs, Ungarns Palatin, der⸗ ſelbe Magnat, den eine viertelſtündige Unterredung ſo gut ferdinandiſch gemacht hatte; dem Träger der Krone ſchrit⸗ ten die Kronhüter Peter Revey und Stephan Palffy zur Seite. Hinter ihnen ging Graf Erdödy mit dem bloßen Schwert des heiligen Königs. Hierauf folgte von deut⸗ ſchen und ungariſchen Würdenträgern wie ein von Neben⸗ monden umkreiſter Fixſtern König Ferdinand.
Die kleine gedrungene Geſtalt des Prinzen nahm ſich unter den kräftigen Magnaten etwas unſcheinbar aus. Er⸗ trug ungariſche Tracht— aber ſie ſchien nicht für ihn, er nicht für ſie gemacht zu ſein, beide paßten nicht für einander. Die eng anſchließenden Beinkleider ſchien das Gehen zu be⸗ hindern, der Kalpack ſaß zu wenig in der Stirne und der Mantel ſchien jeden Augenblick von den breiten, viel zu breiten Schultern herab zu ſinken. Dennoch war König


