Der Cabinetsdirector hätte vielleicht die Kriſe vermei⸗ den können; ſeine Gegner glaubten es wenigſtens, aber ſie kam ſo rechtzeitig, für alle Anderen außer Khleſl ſo überraſchend, ja wahrhaft betäubend, daß ſich der gute Cardinal, wenn er ſich allein glaubte, die Hände rieb und ſagte:„Es bedarf nur eines Sturmes, um den wackern Steuermann ſchätzen zu lernen; ich ſehe es Euren blaſſen, erſchrockenen Geſichtern an, daß Ihr Euch nicht zu helfen wißt; ſo mußte es kommen, um Euch die Einſicht beizubringen, wie nützlich der alte Khleſl dem Haus Oeſterreich war und noch werden kann. Vielleicht verfallt Ihr darauf, meine durchlauch⸗ tigſten Herren, daß die Kronen noch etwas Anderes als ſchimmerndes Spielzeug ſeien; die böhmiſche Krone wenig⸗ ſtens, hat es den Anſchein, ſei ſchwerer zu tragen als aufzuheben.“
So viel ſtand feſt, daß der Cardinal deſto luſti⸗ ger wurde, je tiefer ſich die Stirnen der Erzherzoge furchten. Als ihm König Ferdinand ſeine Befürchtungen mit ſorgenvoller Miene mittheilte, hatte er geſagt:„Fort mit dieſen Runzeln, durchlauchtigſter Herr, ſie verun⸗ ſtalten Eure weiße reine Stirne, die Sache iſt ſo viel Kummers nicht werth,“ und als der König auf dem gefahrdrohenden Charakter des Aufruhrs beſtand:„Pah, laßt Euch durch ein Paar eingeſchlagene Fenſterſcheiben nicht ſchrecken; wie ich höre, iſt keiner dieſer Auswürflinge


