Molart und Freiherr von Ulm befanden ſich im Gefolge des Cardinals.— Die Hauptſtütze König Ferdinand's war aber ein ungariſcher Kirchenfürſt, ein Jeſuitenfreund und Günſtling Spaniens, der Primas von Ungarn, Cardinal Paczmann. Dieſer zog alle eifrigen Katho⸗ liken Ungarns in Ferdinand's Intereſſe und bezeichnete die Perſonen, die gekauft werden müßten; da öffnete denn Erzherzog Max den meiſt wohlgefüllten Beutel und reichte Dasjenige, was man damals„einige Er⸗ götzung“ nannte und heute mit Beſtechung brandmarken würde.
Unter den mächtigen Ungarn war beſonders Einer, eben ſo gewandt in der Rede, als einflußreich bei den Magnaten, der Abkömmling eines uralten Hauſes, Graf Forgacs, ein Mann, der für das Intereſſe ſeiner Kaſte ſchwärmte und nicht übel Luſt zu haben ſchien, in die Fußſtapfen des Boczkay und Bethlen zu treten. Eines Abends kehrte er mit einem feierlichen Schwur, die Wahl Ferdinand's vereiteln zu wollen, aus dem pro⸗ teſtantiſchen Lager noch ziemlich frühzeitig nach Hauſe zurück; auf dem Heimwege begegnete er dem Hedani Erzbiſchof von Gran(Cardinal Paczmann); am fol⸗ genden Morgen, den 16. Mai, erklärte er ſich in für alle Parteien überraſchender Weiſe für die Wahl Fer⸗ dinand's. Hätte der Kammerdiener die Hoſentaſchen ſeines Herrn des Abends zuvor unterſucht, er würde


