Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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und dunklen Gäßchen, deren reinſte Formen noch gegen⸗ wärtig der Schloßberg aufbewahrt, wanden ſich labyrinth⸗ ähnlich durch die Stadt und mündeten oft auf einem freien, lichten, wenn auch höchſt unregelmäßigen Platz. Außer der hübſchen, wenn auch nicht ſehr geräumigen Kathedralkirche beſaß die Stadt nur unbedeutende Gebäude; ſelbſt die Klöſter und Kloſterkirchen machten davon keine

Ausnahme; Alles war nur ſehr mittelmäßig bis auf die ſchöne freundliche Lage und dieſe wurde damals weniger gefühlt und bewundert, als in unſern naturſinnigen Zeiten. Die mittelmäßigen, höchſtens ſtockhohen Häuſer wurden von Bürgern, die ſich eines mittelmäßigen Eiukommens er⸗ freuten, bewohnt, ſie trieben etwas Handel und zogen aus den Krönungsfeſten und Reichstagen den größten Gewinn; wäre es nach ihrem Sinn gegangen, ſo hätte jeder König ſeine Söhne dutzendweiſe krönen laſſen ſollen, denn die Krönung bewirkte einen großen Zuſammenfluß von Men⸗ ſchen, viele Bedürfniſſe und daher großen Abſatz. Wenn ſich darum ein Krönungsgeſchäft, wie das des Erzherzogs Ferdinand, an die drei Monate hinausſchob, da hatten die guten Presburger ihre lebhafteſte Freude.

Waren auch zu andern Krönungsfeſten die Leute aus allen Umgegenden zu Tauſenden herbeigeſtrömt, ſo bot doch die gegenwärtige Feier noch ganz andere Vortheile dar. Die unzufriedenen Stände benützten den Reichstag als Conventikel zur Durchſetzung ihrer Sonderintereſſen.