Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Trommelwirbel und Trompetenſtöße miſchten ſich in das Gebet der Mönche und den Singſang der Schuljugend. Zwanzig abenteuerlich herausgeputzte Trompeter zu Pferde ritten nämlich gleich hinter den Mönchen und ſtie⸗ ßen mit der ganzen Gewalt ihrer Lungen in die metalle⸗ nen Röhre, während zwölf Trommler, die ihnen auf dem Fuß folgten, ihr Inſtrument ſo unbarmherzig bearbeite⸗ ten, daß die Erde erbebte und die Fenſter klirrten. Dieſe langathmigen Trompeter und fingergewandten Tromm⸗ ler bildeten den Vortrab der kaiſerlichen Leibtrabanten, welche prächtig ausgerüſtet, den Sturmhut auf dem Kopf, die Beine in ungeheuren karthaunenförmigen Stiefeln und die glänzende Hellebarde im Arm, enggeſchloſſen und gleichen Schrittes anrückten. An ihrer Spitze ritt Graf Bruno Mansfeld in glänzender Rüſtung, wie ein Ritter aus der Zeit des erſten Maximiliaus auzuſchauen.

Auf dieſe kriegeriſche Bande folgten wieder Männer des Friedens.Jetzt kommen die Stephaner! ſchrie das Volk; es war wirklich die Dongeiſtlichkeit. Zuerſt die Novizen mit dem Novizenmeiſter; dann die ausgeweihten Prieſter, hierauf das Domcapitel, lauter alte hinfällige dicke weinrothe Greiſe mit ihren violetfarbigen Oberklei⸗ dern und den ſchlotternden Chorhemden, ihren ſchweren goldenen Ketten und ſilberſchnallenbeſetzten Schuhen.

Auf ſie folgte der ſogenannte Himmel; unter ihm ſchritt der Cardinal und Biſchof von Wien, Melchior Khleſl,