Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198

geſchwiegen hatte, entgegnete:Was Eure Excellenz ge⸗ ſagt, iſt vortrefflich; nur will ich auf einige Umſtände, die Ihr wahrſcheinlich vergeſſen, aufmerkſam machen. Zur Hochzeit des Herrn von Streie mit Fräulein Regina Tſchernembl ordnete Se. Durchlaucht Erzherzog Ernſt den Landmarſchall von Roggendorf als Vertreter ſeiner eigenen Perſon ab; wer daher dieſes Vermählungsfeſt und den damit verbundenen Prunk mißbilligt, der ſcheint vergebt Excellenz auch den Prinzen zu tadeln, deſſen Geſandter mit den übrigen fünf und achtzig Per⸗ ſonen in das Erdgeſchoß hinabſank. Bei der zweiten zu Niederwalſee erſchien ſelbſt ein kaiſerlicher Geſandter in der Perſon des Grünthal, ſo daß die zweihundert Bedienten nicht ſowohl des Brautpaares willen, als der kaiſerlichen Beſchickung halber aufwarteten. Was die Juden angeht, ſo ſcheinen Eure ohne Zweifel recht chriſtlich gemeinten Worte mit der Anſicht des römiſchen Stuhles, der in den armen Juden nur Verirrte ſieht, die man auf den rechten Weg bringen müſſe, nicht völlig überein⸗ zuſtimmen, in Beziehung auf die Schatzkammer aber könnte vielleicht ſo manches Kleinod ohne Euer Excellenz Wiſſen bereits verpfändet ſein.

Die letzten Worte des Mönches trieben mehr als einem der Anweſenden, die ſolche kaiſerliche Pfänder, wie zum Beiſpiel der Hausherr ſelbſt inne hatten, das Blut in die Stirne; namentlich erröthete die arme Euſebia Maria bis unter die Haare, da ihr bewußt war, daß