S— 30— in die er gerade damals mit der hannövriſchen Regierung und der Göttinger Societät gerathen war,)„ſo iſt es dieſer Ausdruck einer Geſinnung, die ich nicht unerwiedert laſſen kann. Sie Alle wiſſen, wie ich die Jugend liebe und in ihrer Begeiſterung ſelbſt wieder jung werde. Sie wiſſen, wie viele meiner verehrten Collegen mich deßhalb täglich auf dem Katheder mit ihren maliciöſen Anzüglichkeiten ver⸗ folgen und mich bei meinen jungen lieben Freunden in Mißcredit ſetzen wollen. Aber ob's ihnen gelingt— ob's ihnen gelingt! Muß es faſt bezweifeln und bezweifle es
heute mehr als je. Die Jungen ſind immer beſſer, als
die Alten! Herzlichen Dank für Ihre ſchöne Serenade, und wollen Sie, meine Herren Studioſt, morgen Mittag mir die Ehre ſchenken und mit einem einfachen Kalbsbra⸗ ten vorlieb nehmen, ſo werden Sie mir auf dieſe vergnügte Nacht einen noch vergnügteren Tag bereiten! Aben ja Schlag 12 Uhr— hören Sie, meine Herren! Denn mein Joſephinchen iſt eine Freundin der Ordnung.“ Ein donnerndes:„Vivat Michaelis!“ machte der tiefen Rührung der Jünglinge Luft. Der würdige Gelehrte ſchloß mit freundlichem Kopfnicken das Fenſter zeigte ſich noch eine Weile mit beiden Kerzen hinter den Scheiben, ließ dann die Gardine herunter und löſchte das Licht aus. Mit dieſem eben ſo ſchnellen als unerwarteten Ereigniß hatte ſich denn freilich eine andere Wendung der Dinge ergeben. Ein Jeder fühlte, daß die großmüthige Liſt des alten Michaelis die muthwilligen Störer ſeiner Ruhe aller Verantwortlichkeit überhoben hatte, da er ja in ihrem nächtlichen Scandal, der keinenfalls ohne Folgen für ſie geblieben wäre, eine zarte Aufmerkſamkeit erblickt hatte. Actuar Kindlinger zog ſich nach dieſer unerwarteten Mani⸗ feſtation, durch welche Michaelis den Hainbund in ſeinen
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