Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 203—

er die Stelle fand, die er ſuchte, und fing dann an, Jane's Mittheilung über ihre Erfahrung in der Ehe vorzuleſen:—

„Ich weiß, was es heißt, ganz und gar für das und mit dem zu leben, was ich auf der Welt am innigſten liebe. Ich halte mich für hoch beglückt, höher als die Sprache es ausdrücken kann, weil ich eben ſo ſehr meines Mannes Leben bin, als er das meine iſt. Ich kenne keine Ermüdung in Eduard's Geſellſchaft, er keine in der meinigen. Daher ſind wir immer zuſammen. Zuſammenſein iſt für uns: frei ſein wie in der Einſamkeit, und zugleich fröhlich wie in Geſellſchaft.“— Wir ſtritten damals viel über dieſe Stelle, Grey; ich ſpottete und rümpfte die Naſe, ich citirte Mon⸗ taigne's Meinung über die Frauen, und wiederholte Lady Montague's witzigen Ausſpruch,„daß ſie kein Mann ſein möchte, um nicht eine Frau heirathen zu müſſen.“ Ich be⸗ kannte mich zu Ranger's niedriger Geſinnung:„Nimm ihre Seele, ich nehme ihren Leib: wer hat den beſten Kauf ge⸗ than?“ Ich ſagte, es ſei unmöglich, mit einer Frau zu leben, ohne Ermüdung zu fühlen, und ſprach meine Ueber⸗ zeugung aus, daß Frauen recht liebenswürdige und ange⸗ nehme Dinge ſeien, daß ſie mich in gewiſſer Stimmung amüſirten, und daß ich zu Zeiten ganz gern mit einer Cigarre zwiſchen den Lippen auf dem Sopha läge, und ſie plaudern höre“—