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Miß Weſton's Kenntniß meines alten trüben Geheim⸗ niſſes veranlaßte ſie lange, mit einer Art wachſamer Theil⸗ nahme und zarten Mitleids auf mich zu blicken. Sie ſah, daß das Geheimniß ſicher bei mir war. Ich ſage, ſie ſah es, weil nie ein Wort mehr über dieſen Gegenſtand zwiſchen uns gewechſelt ward, nach jenem einzigen haſtigen Bekennt⸗ niß am Hochzeitstag. In ihren Augen aber konnte ich das Vertrauen auf meine Selbſtbeherrſchung leſen, ihre Theil⸗ nahme für meinen Kampf, ihre Billigung meines Beneh⸗ mens. Das Geheimniß beſchäftigte oft unſer Beider Geiſt; und obwohl Keiner ſie äußerte, ſo zogen doch oft dieſelben Gedanken durch unſer Beider Gemüth und bildeten ein unausgeſprochenes, aber feſtes Freundſchaftsband. Zuerſt pflegte ſie mich mit einem Gefühl der Angſt anzublicken, ſo oft Lily zugegen war, bald aber hörte ſie auf, noch länger an meinem Siege zu zweifeln. Sie iſt nun hagerer geworden, ihr Haar iſt ziemlich grau, und ihr Weſen ſogar noch ruhiger, ſanfter und freundlicher, als ehedem. Ihre Schönheit hat ſich ganz in ihre Augen zurückgezogen, und dieſe haben den ſeltſamen Glanz, aus dem, wie ich ſagen möchte, gleichſam der Blick eines Engels widerſtrahlt. Denn ſolche Frauen mit ihrem reinen, trüben, zärtlichen Leben, mit ihrem hohen, zweifelloſen Glauben, ihrem liebenden Vertrauen und ihrer vollkommenen Menſchenliebe ſtehen in


