Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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ſpannung und lethargiſcher Hoffnungsloſigkeit verfallen ſein, wenn nicht die unerbittliche Arbeit mich wieder beanſprucht, und die Nothwendigkeit des Brodverdienſtes mich erweckt und angetrieben hätte, mich ſelbſt auf meine intereſſeloſen Pflicht⸗ aufgaben zu ſtürzen. Die Tage zogen langſam vorüber. Ich lebte in meiner alten Wohnung; aber der Ort ſchien mir ſo verändert, wie ich ſelbſt es war; er kam mir ſo leer, ſo einſam und öde vor. Auch meine Bücher— ſelbſt ihr Reiz war verſchwunden. Ich verſuchte zwar, zu leſen; aber Zeile um Zeile ſchwamm ſinnlos vor meinen Augen und ließ keinen Eindruck in meinem Geiſte zurück. Mein altes Leben war gänzlich gebrochen und zertrümmert, und ich nahm an nichts einen Antheil. Ich ging in's Theater— vergebens; ich machte Beſuche— noch viel vergeblicher. Der einzige Freund, zu dem ich hätte gehen mögen, war nun mein Nebenbuhler geworden, mein unbewußter, aber glücklicher Nebenbuhler, und meine Lippe war für ihn ver⸗ ſiegelt. Wenn meine Arbeit mir Freiheit gewährte, unter⸗ nahm ich lange, einſame, zielloſe Spaziergänge; oft wan⸗ derte ich rings um das Haus, wo ich ſie früher ge⸗ ſehen hatte. Ich war froh, mich ermattet zu fühlen, damit ich ſchlafen und wo möglich, wenn auch nur für kurze Zeit vergeſſen konnte. Aber meine Träume, wie meine wachen Gedanken, waren voll von ihr, von ihr allein.