Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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jungfräulicher Wittwenſchaft des Herzens, weil ſie dem An⸗ denken einer verlorenen Liebe treu blieben. Manch' eine auch, die alle Eigenſchaften beſitzt, um einen Freund zu erwerben, der ihr Alles hätte ſein können, was der Mann einer Frau ſein ſoll, lebt unvermählt, weil ihre zurück⸗ haltende, zarte, feinfühlende Beſcheidenheit ſie dem all⸗ gemeinen Blick entzog und ſie, wie eine Blume unter einem großen ſchattigen Blatt, verſteckt hielt. Rouſſeau ſagt, wenn die Bücher bekannt geworden wären, die er nicht ge⸗ ſchrieben, ſo würden ſie an Leidenſchaft und Pathos Alles übertroffen haben, was er wirklich geſchrieben. Und wenn die Geſchichte Aller derer erzählt werden könnte, welche vergebens und im Geheimen geliebt haben, ſo würde ſie vielleicht Alles übertreffen, was wir an Beiſpielen glück⸗ licher Leidenſchaft beſitzen.Hohenberg! Hohenberg! und niemals ein Hohenberg mehr! rief der Herold, als Schwert, Schild und Helm auf den Sarg des letzten dieſes Geſchlechts gelegt wurden; und ſein Ruf hallte klagend und traurig wie der der Rohrdommel an einem einſamen, öden Ort, über den die grauen bleiernen Wolken ziehen. Ach, wie viel hoff⸗ nungsloſe, unenthüllte Leidenſchaft mag in dieſer, nun ſo kalten und einſamen Bruſt begraben liegen! Werfen wir einen Blick auf die Genealogien großer, ſtolzer Geſchlechter. Wir zögern, wenn wir leſen:Heinrich, der dritte Sohn,