Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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Wind wehte von der See her, und daher war die ganze Flotte der vorbeiſegelnden Schiffe zu ſehen. Die Heim⸗ ſteuernden fuhren langſam, während die nach der Ferne Ziehenden vor dem günſtigen Winde daherflogen mit feuchten, ſchwellenden Segeln. Wir folgten ihren fernen Reiſen mit unſerer Phantaſie und ſahen, wie die jetzt von unſerer friſchen nordiſchen Luft geſchwellten Segel eingezogen wurden, wo die weit wandernde Barke ihren Anker auf einem Korallenriff auswirft, wo die grünen indiſchen, mit wehenden Palmen und dem reichen Ueberfluß einer tropiſchen Vegetation gekrönten Ufer in glänzendem Smaragdgrün ſich aus dem dunkelblauen Buſen der ſchim⸗ mernden Wogen erheben.

Wir malten uns das Schiff in ſeiner Ruhe nach lan⸗ gem Kampfe mit dem Ocean, wie es ſich leiſe ſchaukelt auf der weiten Tiefe, die wie einer Jungfrau Buſen athmet; wir ſahen die hochaufſtrebenden Maſten und das zarte Maßwerk der Sparren und das Takelwerk ſich klar gegen das Orangegold eines tropiſchen Sonnenunterganges ab⸗ zeichnen. Wir folgten in Gedanken des Schiffes ſpurloſem Pfad nichts als Himmel und Meer in Sicht durch Tag und Nacht, durch Sonnenſchein und Sturm. Wir hörten an ſeinen Wändendas Wälzen der ächzenden

Woge, und wurden lebhaft erregt bei dem Ziſchen und 12*