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Verbindung von Geiſt und Zartheit, von Adel und Sanft⸗ muth entwickelt hatte, welche das Weib aus ihr machten, dem wir im Leben nur einmal begegnen. Sie hatte offen⸗ bar, ſeit ich ſie zuletzt ſah, die Meiſterwerke der Literatur geleſen:— durft' ich hoffen, daß ich ſolch' einen Geſchmack in ihr geweckt und ihren Geiſt auf ſolche Studien gelenkt? Auch hatte ſie ſicher redlich und unabhängig, wenn auch vielleicht zuweilen noch unreif und vorſchnell, über das nach⸗ gedacht, was ſie geleſen. Aber ihr Geiſt entbehrte noch des Umgangs mit einer männlichen Intelligenz,— und er war des Umgangs mit dem begabteſten und edelſten Manne würdig,— um ihre Zweifel aufzuklären, ihrer Wißbegierde Anleitung zu geben und ihr ganzes Denken zu vertiefen und zu kräftigen. In geiſtiger Beziehung war ſie der Ge⸗ ſellſchaft ihrer lieben zweiten Mutter ſchon entwachſen, ob⸗ wohl ihr inneres Leben noch der„Totalität“ ermangelte— um einen ſehr bezeichnenden Ausdruck des Erzbiſchofs Whately zu gebrauchen,— obwohl ſie Alles erſt nur„ſtückweiſe“ ſah, ohne im Stande zu ſein, das iſolirte Faktum mit der Har⸗ monie des Syſtems oder der Ordnung in Verbindung zu ſetzen. Und doch konnte ſie nie dem innern Werth und der echten Weiblichkeit der reinen und liebevollen Natur Helene Weſton's entwachſen. Wenn ihr Geiſt auch dieſer geheiligten Arche entſchwebte, ſo kehrte er doch immer mit dem Oel⸗ 11*


