Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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Bild der Liebe unbefleckt zurückſtrahlen kann; daß erſt der Tod das Sterbliche in uns vernichten muß, ehe wir die göttlichſte und unvergänglichſte aller Leidenſchaften würdig verſtehen und genießen können? Trotz der langen und viel beſchäftigten Zeit, die verfloſſen war, ſeit mein Auge zum letzten Mal auf Lily geruht, trotz der großen Anſtrengungen, die ich gemacht, eine hoffnungsvolle Leidenſchaft unentdeckt im Keim zu erſticken:— als ich ihrer wieder gedachte, be⸗ gann dennoch mein„eingefrorenes Herz zu ſchlagen in der Erinnerung an die alte Gluth“. Mit einem tiefen Seufzer und einem ſtechenden Weh rief ich ihr Bild zurück, als ich über die Mittel nachdachte, eine Frau zu finden, die ein andres Herz als das meine mit Liebe ſegnen ſollte. Aber

wie es immer geht, ehe ich meine Abſicht noch aus dem

Gröbſten herausgehauen, hatte die Vorſehung ſie ſchon ge⸗ ſtaltet, und ich war nicht beſtimmt, die Rolle Rudolph's von Geroldſtein zu ſpielen, ſondern war zu der des Giſippus verurtheilt worden.

Am erſten Tage, den wir an der See zubringen, unter⸗ nehmen wir ſelten weite Spaziergänge, ſondern wir über⸗

laſſen uns nur einem entzückten Anſchauen der nahe lie⸗ genden Schönheiten und der ſüßen Seligkeit des dolce far niente. Nachdem wir um die Bucht und in der Umgegend von Seanook umhergeſtreift waren und gebadet hatten—

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