Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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auch die ſchönſte Frau der Welt als Weib für mich ſelbſt oder einen Freund zu erlangen.

So gab ich denn die Idee, irgend welchen Beiſtand von mythologiſchen Perſonen, aus dem Reiche der Feen oder aus ſonſt einer übernatürlichen Quelle zu erlangen, als unhaltbar auf; ich fragte mich ganz nüchtern, wie viel Frauen ich denn überhaupt kennen gelernt, welche ſich der Höhe der Idealität auch nur näherten, oder ſelbſt die ſchwächſte Schöpfung des trauernden Dichterherzens verwirklichten. Die Antwort ſtand vor mir da, wie die todte, kahle Mauer vor dem Fenſter, zu dem ich hinausblickte. Es iſt wahr, ich glaubte feſt an die Exiſtenz ſolcher Frauen, ſo wie ich an die Exiſtenz Calcuta's glaubte, nicht weil ich es je ge⸗ ſehen, ſondern weil die Augenſcheinlichkeit ſo auf der Hand lag, und weil außerdem noch eine innere Stimme mir ver⸗ ſicherte, daß es ſolche Weſen gäbe. Der ſtarke Glaube an die Unſterblichkeit der Seele allein iſt ſchon ein triftiger Beweis, daß ſie unſterblich iſt. So zog ich denn den Kreis meines Denkens zuſammen und verengte den Ausgang; ich fragte nicht länger, wie viel ſolcher Frauen ich gekannt, ſon⸗ dern ob ich auch nur eine einzige gekannt hätte?

Als ich mühſam, und für einige Augenblicke vergebens, die voll gehäuften reichen Archive meiner Erinnerung durch⸗

forſchte, erhob ſich plötzlich kalt und rein, wie die ſchöne Die drei Pfade. I. 10