alten getäfelten Wänden und an den Büſten und Gemäl⸗ den, die ihnen zum Schmuck dienten. Unſere Lehnſtühle waren zu beiden Seiten dicht an das Feuer gezogen und auf dem Tiſch hinter uns ſtanden Flaſchen und Gläſer zwiſchen Büchern und Schreibereien. Wir hatten uns nicht mit Leſen beſchäftigt und Fritz hatte deshalb, wie es ſeiner Laune zu behagen pflegte, kein Licht anzünden laſſen. Es war ferner ſeine Art, im Feuer herumzuwühlen und es an⸗ zuſchüren, ſo oft ein ſtärkerer Windſtoß an die Fenſter brauſte, eine Angewohnheit, die eine tiefe Sympathie mit der äußeren Natur verrieth.
Der klare dunkle Rubin des alten Portweins funkelte
und blitzte in dem zitternden Licht der rothen Gluth, wie das Blut eines ſchlummernden und von Liebe träumenden Gottes. Nach Art der Junggeſellen hatte ſich jeder von uns einen Stuhl vor ſeinen Lehnſeſſel geſchoben, um die Beine darauf ruhen zu laſſen. Die Tabakspfeifen waren angeſteckt und Rauchwolken ſtiegen wie träumeriſche Phan⸗ taſiegebilde auf und kräuſelten ſich nach der Decke empor. Und ſo ſaßen wir in dem behaglichen alten Zimmer, während draußen der Schnee im Mondlicht und Froſt funkelte. „Eine verteufelt kalte Nacht,— wie es ſo ſchön bei den alten Klaſſikern heißt,“ ſagte Fritz ſcherzend, indem er
beim Sprechen Rauchwirbel aufſteigen ließ,„ganz allerliebſt


