bebte auch die Natur vor dem Tode, mußte ſie doch der Kraft des Geiſtes gehorchen. Sein letzter Blick, als ſie ihn fortriſſen, fiel auf Jacqueline, die vöon ihrer Mutter zuruͤckgehalten wurde, und in dem qualvollen Ausdruck ihrer bleichen Zuͤge, vom Glanze der Fackeln erhellt, welche jetzt in großer
Menge herbeigebracht worden waren, las er ein,
mitleidiges Lebewohl tiefer Theilnahme, welches das furchtbare Todesurtheil, wenn nicht zuruͤckrief, doch milderte. Als er uͤber die Schwelle geſchleppt war, und der Letzte des Haufens die Glasthuͤren zuge⸗ worfen, wurden mehrere Schwerter gezuͤckt; er ſah ſie blitzen, als ſie gegen einander ſchwirrten, ihn zu durchbohren. In dieſem Augenblick, wo Leben und Tod an einem Haare hing, betritt Ludwig van Mon⸗ foort, von dem Getuͤmmel herbeigerufen, den Platz, bricht ſich Bahn durch den Haufen, wirft ſeine brei⸗ ten Schultern vor den zum Tode Beſtimmten, wel⸗ chen er augenblicklich erkannt hatte, und faͤngt mit ſeiner gepanzerten Bruſt den Stoß mehr als Einer Klinge auf, welche ohne dieſes vorgeſchobene Boll⸗ werk Vrank fuͤr immer niedergeſtreckt haͤtten. „Was ſoll das?“ ſchrie der unerſchrockene Herr
von Urk.„Mord auf der Schwelle der Fuͤrſtin!
hoͤrt Ihr nicht ihren Ruf, zu ſchonen! Zuruͤck, zu⸗


