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jenes unregelmaͤßige Talent, welches ſeine Beſitzer ſo leicht einer ſolchen Verſuchung Preis giebt, wie ſie jetzt zu beſtehen hatte. Wild aufgewachſen, ja faſt ohne alle Erziehung, erſetzte ihre natuͤrliche Anlage die Stelle der Lehre und des Beiſpiels, allein dieſer Ge⸗ nius ſchweifte auch oft uͤber alle Grenzen hinaus. Sie war ſehr beleſen in den ausſchweifenden romanti⸗ ſchen Dichtungen, worauf ſich die Lectuͤre der Da⸗ men von gutem Ton in jener Zeit beſchraͤnkte. Ih⸗ res Vaters Buͤcherſchatz ſtand ihr zu ungeregeltem Gebrauch oft frei, und obgleich die Buchdruckerkunſt nur erſt am Horizonte menſchlicher Erkenntniß zu ſchimmern begonnen hatte, bot ſie doch einem Appe⸗ tite, wie dem ihrigen, immer hinlaͤngliche Nahrung. Sie wußte fruͤhzeitig faſt auswendig den ganzen Inhalt einer Abſchrift„des Buches der Roman⸗ zen“ mit ſilbernen Schloͤſſern und Spangen ver⸗ ziert, ſo wie die Geſchichten des Sir Lancelot vom See, Sir Triſtan's de Leonnais und vieler Anderen, und oft erlaͤuterte ſie die wilden Erfindungen ihrer eignen Muſe, welche in ſolchen Werken Nahrung fand, durch Bilder, die ſie dem ſeltenen und koſtbaren Ma⸗ nuſcripte„der Stunden der Anna von Bretagne“ und aͤhnlichen nachformte, und zwar mit einem Geſchmacke, wo nicht einer Geſchicklichkeit, welche einem Fran⸗


