Dritter Theil. 303
großen Werke unſrer Heiligung nur den Grund legen, worauf wir dort in der Reihe vollendeter Geiſter fortbauen ſollen!
Ach, ohne dieſe Ueberzeugung, woher ſollten wir den Muth nehmen, in dieſem kurzen Leben nach einem Ziele zu ringen, das ſich, je mehr wir uns ihm zu naͤhern ſuchen, deſto weiter von uns zu entfernen ſcheint? Woher den Muth, uns dem Kampfe, der Muͤhe, der Anſtrengung, welche die Tugend fordert, zu unterziehen? Wo⸗ her den Muth und die Kraft, auch dann den Forderungen des goͤttlichen Geſetzes gemaͤß zu leben, wenn wir ſie mit unſern liebſten Neigun⸗ gen, mit unſern ſehnlichſten Wuͤnſchen im Wider⸗ ſpruche finden; auch dann im Guten ſtandhaft auszudauern, wenn unſere Guͤte mit Undank belohnt wird, wenn wir von Andern verkannt und verfolgt werden, mit Einem Worte, wenn die Tugend ſchwere Opfer fordert?
Nur dann, wenn wir uͤber das Grab hin⸗ aus, wenn wir in eine vollkommnere Welt blicken,


