Teil eines Werkes 
16. Bd. (1816)
Entstehung
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Dritter Theii. 295

XVIII.

Ueber unſere ſchoͤnſte und hoͤchſte Hoffnung.

Erfreulich iſt die Hoffnung der Unſterblichkeit, ſo daß ſelbſt der Gluͤckliche ſie nicht entbehren kann, wenn er reinere menſchliche Gluͤckſeligkeit genießen will. Ohne dieſe Hoffnung erblickt er unter den Blumen, die ihm entgegen bluͤhen, ſein Grab, und die Furcht vor der Zukunft truͤbt ihm die Freuden der Gegenwart. Je mehr er mit ſeinem Daſeyn zufrieden iſt, deſto lebhafter fuͤhlt er den Wunſch, es auf eine laͤngere Zeit zu erhal⸗ ten; aber er weiß nicht, ob er morgen noch ſeyn werde. Er hat vielleicht Sinn und Empfaͤnglich⸗ keit fuͤr die Freuden der Natur; des Himmels Blaͤue erheitert ſeinen Blick, die Erde im Fruͤh⸗

lingsgewande ſpricht ihm ans Herz; aber mitten

in dieſem Genuß erwacht der Gedanke: Wird