Teil eines Werkes 
16. Bd. (1816)
Entstehung
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290 Paͤchter Martin.

Weſen, die faͤhig ſind, mit edler Freyheit das erkannte Gute ſelbſt im Widerſpruch mit ihren Neigungen und ſinnlichen Wuͤnſchen zu waͤhlen, dieſe koͤnnten im Grabe vernichtet werden?

Wenn der Juͤngling mit raſtloſem Eifer ſeine Kraͤfte ausbildete, und nun eben, da er ſeine Kraͤfte zum Segen für die Welt anwenden wollte, von dieſer Welt abgerufen wird; und wenn der Edle ſein Leben der Tugend zum freywilligen Opfer darbringt, oder von dem Laſterhaften zu Boden getreten wird da umfaßte das Grab jene Kraft, da umfaßte das Grab dieſe Tu⸗ gend? O mit einem Glauben, den nichts zu erſchuͤttern vermag, blicke ich vom Grabe zum Himmel empor, unterſcheide mit dem deutlichſten Bewußtſeyn das, was jetzt noch uͤber dem Staube ſteht, und einſt zu Staub wird, von mir ſelbſt, der ich glaubensvoll Gott, Tugend und Unſterblichkeit zu denken vermag.

Wir ſind unſterblich! So wahr wir ein hei⸗ liges Geſetz anerkennen, das nicht fuͤr die Be⸗ wohner des Staubes, das nur fuͤr Verwandte der Geiſterwelt gelten kann, wir ſind unſterblich!