6 Päachter Martin.
Welt das vortheilhafteſte Empfehlungsſchreiben mit; und Gleim, der vortreffliche Dichter und noch vortrefflichere Menſch, mußte es wohl fuͤr etwas mehr als fuͤr ein gewoͤhnliches Buch hal⸗ ten, da er den Dank im Namen der Land⸗ leute an den Verfaſſer des Noth⸗ und Huͤlfsbuͤchleins, in das Halberſtaͤdti⸗ ſche Wochenblatt einruͤcken ließ. Indeſſen war dennoch, ſo weit meine Erfahrung reicht, die Zahl derer klein, welche das Beckeriſche Unter⸗ nehmen ſo, wie ein Gleim, wuͤrdigten. Bey wei⸗ tem der groͤßere Theil der Beurtheiler aus der gelehrten und cultivierten Claſſe entſchied: daß Herr Becker ein ganz gutes, fuͤr den gemeinen Mann lehrreiches und mit Klugheit geformtes Buch geliefert habe; was aber hundert Andere eben ſo gut in Einem ſchoͤnen Fruͤhlinge, vielleicht nur in ein paar Dutzend langen Winterabenden haͤtten ſchreiben koͤnnen.
Man hatte die Ankuͤndigung geleſen, das Buch durchblaͤttert, die Holzſchnitte mit Läͤcheln betrach⸗ tet, die Ueberſchriften der Capitel uͤberleſen— Stoff genug zu einem ſolchen Urtheile. Wie haͤtte man ſich es auch einfallen laſſen koͤnnen, ein


