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und Seelenadel, aber mit Rang und Titel; vor welchem von beiden buͤcken ſich neun Zehn⸗ theile unſrer Menſchen am tiefſten?
„Wie koͤmmt's, daß dieſer Mann ſo außer— ordentlich heute in derſelben Geſellſchaft ausge⸗ zeichnet wird, wo man ihn vorgeſtern kaum bemerkt hatte?“
Er hat geſtern den— Titel erhalten.
„Iſt ſein innerer Werth dadurch erhoͤht wor⸗ den? Gab ihm der Titel Verdienſte?— Und faſt ſcheint es ja, als wenn der Mann das ſelbſt glaubte, ſich ſelbſt jetzt mehr fuͤhlte!“
Ey nu, es iſt auch keine kleine Ehre!— ſo von hoher Hand—
Wer iſt der Große, der dich ehrt? Sprich: kennt er der Verdienſte Werth? Setz' ihn aus ſeinem hohen Stande, Vielleicht wird dir ſein Beyfall klein, Vielleicht haͤltſt du's, ihm werth zu ſeyn, 4 Wohl gar fuͤr eine Schande:*) G
Mer gab ſeinen Beytrag als eine Art von Naͤthſel.
*) Gellert.


