Zweyter Theill 321
um des guten Beyſpiels willen, damit man ſie wieder an ihnen ehre.
Man erweiſet uns aͤußere Ehrenbezeigung aus Hoͤflichkeit, wobey man entweder gar nichts, oder vielleicht etwas denkt, was uns nicht ſchmeicheln wuͤrde, wenn wir's wuͤßten. Der erſte neigt ſich, die andern folgen nach, weil's der erſte that. Die Sache hat ihr Gutes. Die Menſchen werden durch Hoͤflichkeit freundli⸗ cher, gefaͤlliger. Aber Thorheit waͤre es darauf ſtolz zu ſeyn, daß man uns Höflichkeit erweiſet. Verſuche es Einmal, erwiedere die Hoͤflichkeis anderer nicht mit gleicher Hoͤflichkeit; habe dann noch ſo viele Verdienſte, nur diejenigen fahren fort hoͤflich gegen dich zu ſeyn, welche hoffen, daß du ihnen nuͤtzen, oder fuͤrchten, daß du ihnen ſchaden werdeſt. Laß es dem, der dich am meiſten lobte, merken, daß du ihn gering ſchaͤtzeſt, er wird dich nun mehr tadeln, als er dich vorher gelobt hatte..
Ehrte, lobte man dich alſo um dein ſelbſt willen?—
Neben den wuͤrdigſten, edelſten Mann ohne Rang und Titel, tritt ein andrer, ohne Wuͤrde
2. Thetl. 21


