Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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Zweyter Theil. 25

ten Brief, und werde naͤchſtens Gelegenheit neh⸗ men, mich ſelbſt naͤher kennen zu lernen.

Gut, dachte ich, daß du keine Empfehlung an einen dritten Maͤcen haſt; wahrſcheinlich wuͤrdeſt du ſonſt an der Hausthuͤr abgewieſen werden!

Wie mir uͤbrigens dabey zu Muthe war? Wie beym Candidaten⸗Examen wie bey der Stadtſchreibers⸗Wahl!

Auch hier hatte ich alſo nichts mehr zu ſuchen; allein an jedem andern Orte eben ſo wenig, und zu neuen Wanderungen fehlte mir's an Gelde. Die Frage war nun nicht mehr: woher Amt und Ehre? ſondern woher Arbeit um's Brot? Nun die fand ich doch hier, durch die Empfeh⸗ lung meines Wirths, als ttalieniſcher Sprachmeiſter. Es war im eigentlichſten Ver⸗ ſtande Arbeit um's Brot. Eines Tages, wo ich mit den letzten drey Groſchen einen Brief an meine Freundin poſtfrey machte, mußte ich faſten. Doch wahrſcheinlich wuͤrde ich an dieſem Tage bey voller Tafel gefaſtet haben; denn der Inhalt meines Briefes war: Waͤhle einen Gluͤcklichern!