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Zweyter Theil.— 7
an, um einſt ein recht geſchickter, wenn's der Himmel wollte, wohl gar gelehrter Mann zu werden. So mußte ich den groͤßten Theil meiner unwiederbringlichen Jugend, wo ich mich des Lebens noch haͤtte freuen koͤnnen, hinter Buͤchern ſchwitzen.
Endlich erſchien mir die laͤngſt herbey ge⸗ wuͤnſchte Zeit des freyern akademiſchen Lebens, und ich fing wirklich an im Zirkel meiner Freunde mein Leben zu genießen. Doch kaum war ein Jahr verfloſſen, ſo war auch meine ſchoͤne Zeit ſchon zu Ende.
Mein Vormund ſchrieb mir: daß mein ganzes Erbgut von vaͤterlicher Seite, welches in einem angeſehenen Handelshauſe ſtand, mit dem Falle dieſes Hauſes verloren gegangen ſey. Er rieth mir zugleich, da mein muͤtterliches Erbgut aͤußerſt unbedeutend waͤre, mich nicht nur in Anſehung meines Aufwands moͤglichſt einzuſchraͤnken, ſon⸗ dern auch mein Vorhaben, ein Rechtsgelehrter zu werden, aufzugeben, und lieber die Theologie zu waͤhten, wobey der aͤrmere Candidat doch immer mehr Ausſicht zur kuͤnftigen Verſorgung haͤtte. Ich mußte ja wohl, ſo wenig Neigung


