6 DPaͤchter Martin.
da auf eigenem Grund und Boden gewachſen.
Daher kam's denn, daß der Fuͤrſt ſeinen Rath zwar lieb hatte, weil er uͤberzeugt war, daß er ein ehrlicher Mann ſey, dergleichen bey Hofe nicht viel gedeihen ſollen— weil die Gluth der Fuͤrſtengunſt ſo manche gute Pflanzen aus⸗ dorrt:— aber daß ſein Rath durch ihn denke und handle, daß er nur das Inſtrument, und ſein Rath der Spieler ſey, das ließ er ſich nicht einfallen. Und gut fuͤr ihn und ſein Land, daß es ihm nicht einſiel, er wuͤrde ſonſt ſeinen treuen Diener weniger geliebt, und weniger Gutes ge⸗ than haben. So aber that er viel Gutes, und ſeine Unterthanen liebten ihn, wie die guten Kinder ihren guten Vater, und dankten ihm, daß er's ihnen ſo wohl ſeyn ließe. Und das thaten ſie einmal ſo feſtlich ſchoͤn und ruͤhrend, daß ihnen, und allen die es ſahen, und dem Fuͤrſten ſelbſt, die heißen hellen Thraͤnen uͤber die Wangen herab liefen. Da ſtand nun ſein Rath neben ihm, als bloßer Zuſchauer, und ſein Angeſicht glaͤnzte wie das Angeſicht eines Engels. Bey dem einzigen Gott! ich glaube, daß in der Stunde kein Engel im Himmel ſeliger war als—
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