Teil eines Werkes 
13. Bd. (1816)
Entstehung
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Klopffechtereien erſchoͤpfte. Voltaire ſollte da⸗ fuͤr ein deſto tuͤchtigerer Advokat werden. Alles Zureden, aller Zwang war aber vergebens: V. machte Verſe, und nichts als Verſe. Er wollte privatiſirender Gelehrter ſeyn und blei⸗ ben, zum großen Verdruß des Vaters. Nichts paſſirte in Paris, und beſonders am Hofe, woruͤber er nicht Epigramme u. dergl. zuſpitzte. Die verſchiedenen, gegen einander geſpanneten Parteien des Hofs beguͤnſtigten ihn ſaͤmmtlich, denn er ſchrieb fuͤr und wider jede, wie es ihm die Laune eingab, und je nachdem er fuͤr oder wider den witzigſten Einfall anbringen

konnte. Der Prinz Conti ließ ihn oft mit

ſich ſpeiſen. Indem ſich V. einſt ſetzte und die Geſellſchaft uͤberſah, rief er mit ſeiner ge⸗ woͤhnlichen, unaufhaltbaren Lebhaftigkeit: Ah ſchoͤn! lauter Prinzen oder Dichter!

Als Juͤngling beſchaͤftigte er ſich viel mit alter, klaſſiſcher Literatur doch meiſtens nur in Ueberſetzungen. Eine Folge davon war ſein Oedipus, den er im achtzehnten Jahre ſchrieb, und der die griechiſche Form nachahmte, ſo gut es gehen wollte. Das Gedicht gefiel, aber die