Teil eines Werkes 
13. Bd. (1816)
Entstehung
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4.

kann man Andere behandeln, kann man dul⸗ den, tragen, leiden und ruhig bleiben, wenn man in einer ſtillen, herzlichen, ernſten, hei⸗ tern Verfaſſung iſt! Und wie ſchlaͤgt's nicht im Gegentheil allen Muth, alle Kraft und abe darnieder, wenn uns die Schwachheiten Verſtandes oder Herzens Anderer begeg⸗

und unſre eignen Leidenſchaften und Maͤn⸗ löſind in Gaͤhrung in unſerm Buſen! Frei⸗ werden unſre ſchlummernden Leidenſchaften 3 durch jenes Begegnen gereizt! Gereizt: doch nicht unuͤberwindlich gemacht! Und umt ja auch zugleich mit ihnen die beſ⸗ timme des innerſten Herzeng, empor,

wir uns nur nicht ſchon ſo verwoͤhnt

dieſe dann ganz zu uͤberhoͤren! Sie

war dann die leichtere, die Leidenſchaft

die ſchwerere Wagſchale, und es koſtet

ft und Anſtrengung, der leichtern ſo viel vicht freiwillig zuzulegen, daß ſie nun die er ſcheidende ſchwerere werde: aber wer darf je⸗ mals behaupten, es ſei unmoͤglich? In dieſem hoͤhern, edlern Sinn, mein' ich, iſt es geſagt: unſer Leben iſt Muͤhe und Arbeit! Aber wer