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Das Land, woher ich komme, iſt wol fruchtbar und gut— Um meine Huͤtte ſchat⸗ teten geſunde Obſtbaͤume, wogten gelbe Wei⸗ zenfelder, ſprangen allerliebſte kleine Laͤmmer; drinnen hatt' ich ein junges, arbeitſames Weib und muntere Kinder; meine Aerndte gerieth immer, meine Heerde mehrte ſich: und doch konnt' ich bei dem allen nicht zufrieden ſeyn; denn der Gedanke, daß alles, was ich beſaͤße, ſo vergaͤnglich ſey, verbitterte mir jeden Ge⸗ nuß. Meine vollen Speicher nahmen durch unſern geſunden Hunger taͤglich ab; mein Weib verlor nach und nach die friſchen Kraͤfte und die ſchoͤne Bluͤthe der Jugend: uͤberall ſah' ich die Spuren der verheerenden Zeit. Was iſt denn eigentlich dein? ſagt' ich zu mir ſelbſt. Eins zehrt das andere auf. Weib, Kinder und Heerden kann der Tod, deine Huͤtte kann das Feuer hinwegnehmen; du ſelbſt kannſt ſterben— morgen, heute, ja noch in dieſer Stunde ſterben!— Ich hatte weder Ruhe noch Raſt. Meine Angſt brachte mich bey⸗ nahe zur Verzweiflung und trieb mich endlich von Haus und Vaterland in die weite Welt.


