Teil eines Werkes 
11. Bd. (1816)
Entstehung
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denn die Liebe macht die Strafe erſt ſchmerz⸗ lich. Liebt das Kind nicht, ſo muß die Strafe nach und nach bis zur Unbarmherzigkeit ver⸗ ſtaͤrkt werden, und das Kind verdirbt doch.

Nur das Mutterherz kann zur Liebe bil⸗ den. Ach! die armen Kleinen, welche zu fruͤh davon weggeriſſen werden! Erziehungsinſtitute koͤnnen Dankbarkeit, Wohlwollen, Achtung, Eintracht, und eine Menge andere Tugenden als Pflichten vortragen laſſen: aber in der Ael⸗ tern Hauſe da ſieht das Kind ſie, und lernt ſie mit dem Herzen. Tanten und Gou⸗ vernanten koͤnnen wohl ein fleißiges, folgſames, geſchicktes Kind erziehen: aber den innern Men⸗ ſchen gleichſam heraus zu bilden Ach! meine lieben Schweſtern, moͤcht' ich allen zurufen ich bitte euch, entfernt eure Kinder nicht zu fruͤh, wenn ihr anders das Bewußtſeyn habt, daß ihr ſelbſt unverdorben ſeyd, und in eurem Hauſe alles wohl ſtehet!

Jetzt iſt es Zeit, daß ich dich zu meinem ungezogenen Trotzkopf im dritten Jahre ſeines Lebens fuͤhre. Er ſchlaͤgt alle muntere