Teil eines Werkes 
10. Bd. (1815)
Entstehung
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wollen wir die Feſſeln des haͤuslichen Lebens tragen? warum ſollen wir Vertraͤge eingehen, die ſo nichtig ſind? Da haͤusliches Gluͤck ein Traum iſt, an deſſen Bedeutung man in un⸗ ſern Tagen nimmer glauben kann: ſo laſſet uns frei bleiben, und des kurzen Lebens un⸗ abhaͤngig von Weiberlaunen, Weiberraͤnken und Weiberleidenſchaften genießen! Goͤttinnen ſind ſie ja ja! aber Goͤttinnen des Augen⸗ blicks! Ein Thor, wer ſie zu etwas anderm machen, wer ihnen ſein Schickſal anvertrauen will! Alſo die Schaͤlke! Da ſchleichen ſie nun Hymens Tempel vorbei, und verlieren ſich in des irdiſchen Eros Hainen.

Sagt, Schweſtern, ſollen wir rechtfertigen ein ſolches Beginnen? Wollen wir wahr ma⸗ chen die Sage? Das ſei ferne! Laſſet uns vielmehr umkehren zur alten deutſchen Sitte, zum Glauben an das fromme, heilige Familienweſen, wo die Hausfrau waltet in Liebe, und in Liebe verwandelt des Hausherrn ſtrengen Ernſt, wo Zucht und heilige Scheu wachen an der Thuͤr ihres ſtillen Gemachs, wo die Soͤhne um ſie verſammlet vernehmen

J. f. F. II,J. 11 u. 12. H. 9