Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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nicht dichteriſche, ſondern lebende ſeyn; muͤſſen gerade in der naͤchſten Umgebung dem Kinde vorſchweben. Nun kann ihm aber niemand naͤher ſeyn, als die Mutter

Clement. So wird es dieſer wol anheim⸗ fallen, ſelber des Kindes Ideal zu ſeyn?

Corn. Wenn ſie das ihrem Kinde nicht ſeyn kann; wenn ſie nicht wuͤnſchen darf, daß ihr eigentliches Weſen ſich in dem Kinde abdruͤcke: ſo muß ſie es einem fremden Ideale naͤher brin⸗ gen. Nur in der Sonnennaͤhe einer herrlichen, reichen, reifen Natur kann ſich eine entkeimte recht frei und ſchoͤn entfalten.

Clement. Es waͤre unfein, wenn ich die⸗ ſen Satz ſtreng weiter verfolgen wollte. Ich komme auf das zuruͤck, was ich gleich Anfangs geaͤußert: was ich an Maͤdchen wuͤnſche und mithin an den meinigen dargeſtellt zu ſehen mich ſehne das iſt nicht das Herrliche, das Große: es iſt das fanfte, zarte, hingegebene, ſehnende Weſen

Corn. Fanden wir nicht auch gleich An⸗ fangs, daß eben dies, wo es vorhanden iſt, durch fruͤhe Schickſale hervorgebracht werde?